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Kunst — Pädagogik — Architektur

Beirat Schulkunst 2010 bis 2014

Um die Prozesse in den Schulen aufmerksam zu begleiten und die Erkenntnis nach außen zu transportieren, gibt es für das Projekt einen Beirat, dessen Mitglieder in den Feldern der Architektur, der Pädagogik und der Kunst dezidiert Position beziehen können und gut vernetzt sind.

Zum Beirat Schulkunst gehörten:

Frauke Burgdorff — Moderation, Montag Stiftung Urbane Räume, Bn
Christopher Dell — Architektur- und Improvisationstheorie, Berlin
Dr. Gregor Jansen — Kunst, Kunsthalle Düsseldorf
Margaretha Kurmann — Protokoll, Oldenburg
Prof. J. Pablo Molestina — Vertreter Architektur, FH Düsseldorf
Ute Reeh — Projektleitung, Düsseldorf
Prof. Johannes Schilling — Architektur, FH Münster
Dr. Otto Seydel — Pädagogik, Institut für Schulentwicklung, Überlingen

Beirat Arm oder Reich? 2015 bis 2017

Julia Hagenberg – Kunst und Kunstvermittlung -Kunstsammlung NRW
Jürgen Heddergott – Sozialraum und Wohnen -SWD AG, D
Ursula Holtmann-Schnieder – Beteiligungsprozesse -Ratsfrau BV10, D
Dr. Gregor Jansen — Kunst -Kunsthalle Düsseldorf
Prof. Dr. Reinhold Knopp — Kukltursoziologie -Hochschule Düsseldorf
Prof. Rita McBride – Kunst und Raum -Kunstakademie Düsseldorf
Prof. Pablo Molestina — Architektur -Hochschule Düsseldorf
Thorsten Nolting – Kunst und Handeln -Diakonie Düsseldorf
Ute Reeh — Kunst als Prozess -Kunst verändert Schule e.V., D
Tim Rieniets – Architektur und Prozess -Stadtbaukultur NRW, GE
Heinz-Werner Schnittker – Kunst und Soziales -skfm Düsseldorf
Peter Zerfaß – Kunst und Bildung - Alfred-Herrhausen-Schule, D

 

Die Beiratsmitglieder des Modellversuchs Schulkunst

Beirat

07.05.2010 von links: Ute Reeh, Margaretha Kurmann, Prof Pablo Molestina, Dr Gregor Jansen, Frauke Burgdorff, Dr Otto Seydel, Christopher Dell

Frauke Burgdorff
"Es ist faszinierend, das große Interesse der jungen Partner des Projektes an der Gestaltung ihrer Territorien und Nachbarschaften zu sehen. Sie haben einen großen, unvoreingenommenen Respekt vor der Könnerschaft anderer und sie wollen vor allem selber produktiv werden. Diese Energien nutzt das Projekt unmittelbar, ohne Belehrung, didaktische Korsetts und starre Zeitpläne sondern mit der Beweglichkeit und Glaubwürdigkeit, die künstlerisch authentischen Prozessen eigen ist."

Frauke Burgdorff wurde 1970 in in Hildesheim geboren und hat Raum- und Umweltplanung in Kaiserslautern und in Dortmund studiert. Sie war als Projektleiterin in Städtebau- und Forschungsbüros und regionalen Entwicklungsagenturen tätig und war von 2002 bis 2005 Leiterin des Europäischen Hauses der Stadtkultur in Gelsenkirchen. Seit 2006 ist sie Vorstand der Montag Stiftung Urbane Räume gAG in Bonn. Die Montag Stiftung Urbane Räume entwickelt in Projekten und Diskussionen Lösungsansätze für aktuelle Fragestellungen des "Wohnens" und des "Lernens".

Christopher Dell
"Was mich an diesem Projekt interessiert? Es braucht Menschen, die ein Projekt haben. Die offen sind. Dies muss mit Struktur und Metaebene zusammenkommen. Projektzustand als Seinsform."
Christopher Dell im Beirat Mai 2010

Christopher Dell, geboren 1965 in Darmstadt, verlebte seine Kindheit teilweise in Ranchi (Indien). Seit dem 6. Lebensjahr hatte er Klavier- und ab dem 11. Lebensjahr Schlagzeug-Unterricht. Er studierte Vibraphon, Schlagzeug und Komposition in Hilversum, Rotterdam sowie an der Berklee School of Music. Es folgte die weitere Ausbildung bei Karlheinz Stockhausen, Wolfgang Rihm und John Lindberg. Er arbeitet als Komponist und Vibraphonist und Dozent. Mit verschiedenen interdisziplinären Projekten tourt er durch Kanada, die USA, Japan, Indien, Afrika und Europa. Seit 2000 leitet er das Institut für Improvisationstechnologie in Berlin. Als Musiker und Architekturtheoretiker war er von 2008 - 2010 Gastprofessor für Städtebau/Urban Design Theorie an der HCU, HafenCity Universität Hamburg. Sein Interesse gilt Praxen und Organisationsverläufen der zeitgenössischen Stadt. Zusammen mit Bernd Kniess und Michael Koch initiierte er 2008 das Lehr- und Forschungsprojekt "Universität der Nachbarschaften" (UdN). Im Mai 2012 promovierte Dell an der Universität Duisburg-Essen mit der Arbeit „Die improvisierende Organisation: Management nach dem Ende der Planbarkeit“.

Gregor Jansen
"Ich bin neugierig auf dieses interessante Düsseldorfer Schulkunstprojekt. Auch mit Blick auf meine eigenen Kinder – wie ist Schule und wie könnte sie sein. Kunst ist das beste Lernfeld für Sackgassen und dafür Fehler machen zu können."
Gregor Jansen im Beirat Mai 2010

Gregor Jansen, 1965 in Nettetal am Niederrhein geboren, ist Kunstwissenschaftler und lebt mit seiner Familie in Düsseldorf. Er promovierte über den in Berlin lebenden Maler Eugen Schönebeck. Seit 1991 arbeitet er als Ausstellungsmanager, Kurator, Dozent, Kunstkritiker und Publizist. Als Dozent lehrte er bis 2005 an der Fachhochschule in Aachen und der Kunstakademie in Maastricht. Ihn interessieren besonders die Bezüge zu Nachbardisziplinen, den Naturwissenschaften und der Technik. Er war Kurator für das gemeinsam von der Kulturstiftung des Bundes und dem Goethe-Institut Peking 2005 durchgeführte Stipendiatenprogramm „BEIJING CASE“ zur Erforschung internationaler urbaner Entwicklungen in Megacities und Mitarbeiter im ZKM, Karlsruhe. Seit Januar 2010 leitet er die Kunsthalle Düsseldorf.

Margaretha Kurmann
„Ein hoher Anspruch an die Qualität, sich nicht zufrieden geben, die große Ernsthaftigkeit für die Menschen und für das, was gerade passiert, dazu Neugierde und Lust – dies spricht mich in dem Projekt sehr an. Mehr Sein als Schein – wohltuend bei so vielen auch in Schulen um sich greifenden Darstellungen."

Margaretha Kurmann, geboren 1954, studierte Theologie und Pädagogik. Sie arbeitet seit vielen Jahren in verschiedenen Bereichen psychosozialer Arbeit, emanzipatorischer Aufklärung und Erwachsenenbildung.  In diesem Kontext vielfältige Fortbildungen zur Beratung, zu körperorientierter Psychotherapie, zu Methoden von Körperarbeit sowie zur Arbeit mit Gruppen. Schwerpunkte der Arbeit sind Frauen- und Gesundheitspolitik, hier insbesondere Ethik in der Fortpflanzungsmedizin und in der „Biopolitik“ sowie die Auseinandersetzung mit Ansätzen von Prävention.

Pablo Molestina
„Mein Interesse gilt vor allem Prozessen, die in formale Ergebnisse landen. Mit diesem Projekt verbinde ich den Versuch, künstlerischen Inhalt in die DNA der Prozesse von Schulbau einzupflanzen. Darüber hinaus interessiert mich der Blick auf das Ganze – wo es im Prozess des Bau von Schulen normalerweise eher nur Einzelinteressen, Einzelbaustellen gibt."
Pablo Molestina im Beirat Mai 2010

J. Pablo Molestina wurde 1955 in Quito, Ecuador geboren und wuchs als Diplomatenkind in Chile auf. Heute lebt er in seiner Wahlheimat Köln. Er studierte Architektur an der Yale University, USA, der AA, London, bei Hassan Fathy, Kairo, am I.L.A.D., Urbino, Italien sowie amMIT Cambridge, USA. Danach Arbeit bei Cambridge Seven Ass. USA, Woo and Williams, Cambridge, bei Erich Schneider-Wessling, Köln. Seit 1991 mit eigenem Büro in Köln unter Molestina + Kraus, ab 1993 MDK Architekten. 2000 war er Gastprofessor an der DIA Bauhaus, Dessau. Seit 2001 hat er eine Professur an der Fachhochschule Düsseldorf.

Ute Reeh
"Mich interessiert wie zeitgenössische Kunst gesellschaftliche Prozesse mit formt. Was bringt Kunst mit? Das Bewusstsein für den Kontext und die Metaebene, das Bewusstsein darüber, dass alles auch ganz anders sein könnte, die Erfahrung der Formbarkeit von Prozess und Umfeld, das Potential Ideen wahrnehmbar zu machen."

Ute Reeh wurde 1958 in München geboren. Sie studierte Biologie und Kunst mit den Schwerpunkten Performance, Skulptur und Video an der HbK in Kassel bei Harry Kramer und Alf Schuler und an der Kunstakademie in Düsseldorf bei David Rabinowitch und Nam June Paik. Sie war Meisterschülerin bei Nam June Paik.
Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Zeichnungen, Performances, Videos und Skulpturen im öffentlichen Raum. Entscheidend ist die physische Dimension, die mit diesen Arbeiten ins Spiel kommt. Projekte der letzten Jahre waren Reise, Vasen, Muster, Baumscheiben, Zeichnen, visual therapies. Sie hat Workshops und Lehraufträge projektiert und durchgeführt (Uni Köln, Siegen, Halle, Kunstakademie Münster). Von 1998 bis 2008 begleitete sie als Schulkünstlerin die Dieter-Forte-Gesamtschule in Düsseldorf. 2009 initiierte Sie das Projekt Schulkunst – Kunst verändert Schule. In Ihre prozesshaften Projekte bezieht sie die Beteiligten als autonom Mitwirkende ein, als aktiv gestaltenden Teil eines Kunstkonzeptes.

Johannes Schilling
"Die Erfahrung von Gestaltung, sich selbst als schöpferisch zu erleben, ist das Wichtigste überhaupt
. Wenn ich versuche, etwas Besonders zu machen und dies über die Form umsetze ohne die Fachlichkeit, das Können dazu zu haben, ist das eigentlich unmöglich. Erst das Können ermöglicht Freiheit. Es kann für Kinder und Jugendliche ein erster Schritt sein, Raum zu denken, sich mit Raum zu befassen. Dabei brauchen sie Begleitung – eine Kuratorin, einen Kurator. Dies ermöglicht das Schulkunstprojekt."
Johannes Schilling auf der Beiratssitzung am 22.11.2010

Johannes Schilling  ist 1956 geboren, ist verheiratet und lebt in Köln. Er studierte an der RWTH Aachen, am NSTC Halifax, CA und an der Kunstakademie Düsseldorf. Seit 2003 ist er Professor für Baukonstruktion an der Fachhochschule Münster.
Er gewann zahlreiche Wettbewerbe, realisierte Bauvorhaben, veröffentlicht, hält Vorträge. Er war und ist Fachpreisrichter in zahlreichen Wettbewerbsverfahren, kooperiert international (CA, CH, CN, FR, GB, IT, LU, NL, PL...) und interdisziplinär (Technik, Wissenschaft, Design, Kunst). Er organisiert und fördert kulturelle und baukulturelle Veranstaltungen.

Otto Seydel
"Innere Prozesse anschieben und Planungsbedingungen von Schulbau langfristig verändern – dies interessiert mich an dem Schulkunstprojekt. Die Möglichkeiten,  das System Schule, ein Korsett für alle Beteiligten,  aufzubrechen, sind begrenzt. Nötig ist ein Korrektiv von außen. Im Grunde ist das Projekt eine fundamentale Systemkritik."
Otto Seydel im Beirat Mai 2010

Otto Seydel wurde 1945 in Potsdam geboren, ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach dem Studium der Theologie und Pädagogik sowie Promotion arbeitete er von 1976 – 2001 in der Internatsschule Schloss Salem mit unterschiedlichen leitenden Aufgaben. 2002 baut er das Institut für Schulentwicklung auf. Schwerpunkte seiner Arbeit ist die Unterrichts-, Organisations- und Personalentwicklung. Er ist im Schulverbund "Blick über den Zaun" engagiert und hat hier das Leitbild einer "guten Schule" mitentwickelt. Mit der Akademie des Deutschen Schulpreises liegt die Projektentwicklung und Koordination des Deutschen Schulpreises im Auftrag der Robert Bosch Stiftung in seinen Händen.

Beiratsmitglieder Arm oder Reich?

Julia Hagenberg
„Eine starke Verbindung zu diesem Projekt sehe ich über das prozessorientierte Arbeiten. Die Offenheit des Ergebnisses ist dabei das Spannende. In dem vorangegangenen Terrassenprojekt hat sich gezeigt, wie toll das funktioniert. Mein spezifisches Interesse ist es natürlich immer wieder Verbindungen zum Museum herzustellen.“ 
auf der Beiratssitzung am 09.03.15

Julia Hagenberg studierte Klassische Philologie, Geschichte und Kunstgeschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und an der Freien Universität Berlin. Nach einer Assistenz im Bereich Corporate Communications am Salomon Guggenheim Museum in New York 1997, koordinierte sie bis 2002 das Atelier der Künstlerin Katharina Grosse in Düsseldorf. Von 2002 bis 2003 war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Kunstmuseum Bonn tätig und arbeitete dort bis 2004 für die Videonale im Bereich der Kommunikation und Vermittlung. Im Kunstmuseum Stuttgart leitete sie von 2004 bis 2009 die Kunstvermittlung im Kunstmuseum Stuttgart. Seit 2009 ist sie Leiterin der Abteilung Bildung in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen.

Jürgen Heddergott
„Die städtische Wohnungsgesellschaft verwaltet in Düsseldorf rund 8.500 Wohnungen. Da die SWD für die Stadt Düsseldorf auch die Verwaltung von ca. 180 Künstlerateliers durchführt, beschäftigen wir uns hin und wieder auch gerne mal mit Kunst. Als kommunale Gesellschaft hat man auch in sozialen Brennpunkten Wohnungsbestand und in sofern beschäftigen wir uns seit jeher mit dem Thema Wittenberger/Perleberger Weg. Alles Positive was in die Siedlung hinein getragen wird, kann man nur unterstützen.“
auf der Beiratssitzung am 09.03.15

Jürgen Heddergott wurde 1953 geboren und lebt mit seiner Familie in Düsseldorf. Er studierte Bauingenieurwesen in Wuppertal und Aachen. Nach seiner freiberuflichen Tätigkeit nahm er 1982 eine Tätigkeit in der Bauabteilung der IDR AG auf. Von 1990 bis 2004 war er Prokurist der IDR AG und Bünger Vermögensverwaltung GmbH sowie seit 1998 Geschäftsführer der GED mbH. Seit 2005 ist er Alleinvorstand der SWD Städtischen Wohnungsgesellschaft Düsseldorf AG und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Wohnungsunternehmen in Düsseldorf und der Region.

Ursula Holtmann-Schnieder
„Die vielen Projekten die bisher zwischen der Alfred-Herrhausen-Schule und der Bezirksvertretung gelaufen sind, habe ich mit großem Interesse verfolgt. In meiner Funktion als Ratsfrau ist die integrierte Stadtteilentwicklung einer meiner Schwerpunkte. Unter dem Aspekt der Beteiligung, können wir das Caféprojekt als ein Modellprojekt für Düsseldorf sehen.“
auf der Beiratssitzung am 09.03.15

Ursula Holtmann-Schnieder wurde 1955 in Beckum geboren. Seit 1996 lebt sie mit ihrer Familie in Düsseldorf-Hellerhof. Ursula Holtmann-Schnieder war von 2004 bis 2009 als stellvertretende Bezirksvorsteherin in der Bezirksvertretung 10 (Garath/Hellerhof) aktiv. Seit 2009 setzt sie sich als Ratsfrau vor allem für Kinder und Jugendliche, Umweltfragen, Ordnungs- und Verkehrspolitik sowie für die Gleichstellung von Frauen und Männern ein. Seit 2012 ist sie Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, seit 2014 stellvertretende Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion.

Gregor Jansen
„Wenn neue Wege der sozial-ästhetischen Erziehung gegangen werden, interessiert mich das. Kinder sind das größte Potenzial für eine Gesellschaft, für einen wachen, künstlerischen, verantwortungsvollen, gestaltbaren, politischen Raum, in dem der Einzelne als Teil des Ganzen demokratische Umgangsformen erlernen und mitformen sollte. Wie dies gelingt und welche (relativ) einfachen Wege man hierbei beschreiten kann, hat „Schulkunst“ bewiesen. Und das hierbei auch Erwachsene noch sehr viel lernen können, ist umso schöner.“ 
in "Was Kunst kann" Beltz, 2015, S.175

Gregor Jansen, 1965 in Nettetal am Niederrhein geboren, ist Kunstwissenschaftler und lebt mit seiner Familie in Düsseldorf. Er promovierte über den in Berlin lebenden Maler Eugen Schönebeck. Seit 1991 arbeitet er als Ausstellungsmanager, Kurator, Dozent, Kunstkritiker und Publizist. Als Dozent lehrte er von 1996 bis 2012 an verschiedenen Fachhochschule und Kunstakademien. Er war Kurator für das, gemeinsam von der Kulturstiftung des Bundes und dem Goethe-Institut Peking, 2005 durchgeführte Stipendiatenprogramm „BEIJING CASE“ zur Erforschung internationaler urbaner Entwicklungen in Megacities und Mitarbeiter im ZKM, Karlsruhe, wo er von 2005 bis 2009 das Museum für Neue Kunst leitete. Seit Januar 2010 ist er Direktor der Kunsthalle Düsseldorf.

Reinhold Knopp
„Die Kooperationsverhältnisse des Projektprozesses ermöglichen neue Erfahrungen auf verschiedensten Ebenen, etwa hinsichtlich der Erweiterung von Handlungsfähigkeit und der Erfahrung von Selbstwirksamkeit. Mich interessiert, worin sich diese Erfahrungen von denen in Projekten unterscheiden, die von Architekten oder Sozialarbeitern initiiert wurden. Was ist anders, wenn Künstler Prozesse verantwortlich gestalten?“
06.03.15.

Reinhold Knopp wurde 1954 geboren. Er ist Dipl. Pädagoge und Sozialarbeiter. Seit 2001 lehrt er an der Fachhochschule Düsseldorf und ist Professor für Stadt- und Kultursoziologie im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften. Zuvor war er langjähriger Leiter des Soziokulturellen Zentrums Zakk in Düsseldorf. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Stadtentwicklung, Quartiersarbeit, Wohnen und Soziokultur.

Rita McBride
„I'm very pleased to learn about the work you're doing with children and Kunst am Bau. I think that there are students at the academy that would love to join this intensive Kunst am Bau process.“ 
auf der Beiratssitzung am 09.03.15

Rita McBride wurde 1960 in Des Moines, Iowa geboren. Heute lebt und arbeitet sie in Düsseldorf und Los Angeles. Sie studierte am Bard College und California Institute of the Arts. Nach Aufenthalten in New York, Portugal, Madrid, Rom, Paris und Berlin war sie von 1999 bis 2000 Gastprofessorin an der Akademie der Bildenden Künste München und an der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris. Seit 2003 ist McBride Professorin für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf seit 2013 deren Rektorin. In ihren meist raumgreifenden Arbeiten entwickelt Sie einen Begriff von Skulptur, der die gesellschaftliche Rolle von bildender Kunst zur Diskussion stellt. Architektur, Kunst und Design werden von der Künstlerin auf ihre soziokulturelle Bedeutung hin untersucht. Seit den 1990er-Jahren entsteht die Reihe der Public Works – Skulpturen, die auf die Symbolkraft von Architekturen des öffentlichen Raums Bezug nehmen.

Pablo Molestina
„Wir Architekten bauen oft „soziale“ Projekte mit großem Idealismus und Engagement, die dann nicht angenommen werden. Das geschieht, weil für die Gemeinde das Bauen eines solchen Projektes ein fremder Prozess ist, der irgendwann entstanden ist, aber keine unmittelbare Bedeutung in dem alltäglichen Leben hat. Was ich mir verspreche von unserer Konstellation hier, mit Dir und den Kindern an der Schule in Garath, ist, dass die Annahme dieses Cafés schon jetzt stattfindet, dadurch dass die Bewohner und die Kinder davon träumen, wie es werden und was darin passieren soll.“
April 2014

Juan Pablo Molestina wurde 1955 in Quito, Ecuador, geboren und wuchs als Diplomatenkind in Chile auf. Heute lebt er in seiner Wahlheimat Köln. Er studierte Architektur an de Yale University, USA sowie am MIT Cambridge, USA. Anschließend arbeitete er bei Erich Schneider-Wessling, Köln. Seit 1991 mit eigenem Büro in Köln unter Molestina + Kraus, ab 1993 MDK Architekten und ab 2007 Molestina Architekten GmbH. Seit 2001 ist er Professor für Gebäudelehre an der PBSA / Hochschule Düsseldorf und seit 2010 Dekan der Fakultät.

Thorsten Nolting
Das prozesshafte Handeln macht den Beteiligten die eigene Lebenswirklichkeit in ihrer Formbarkeit bewusst. Zeitgenössische Kunst wird handelnd erfahren. Jeder wird in seinem Sein und mit seiner Kultur ernst genommen und akzeptiert. Es entstehen Spiel- und Handlungsräume und Bilder von Eigenermächtigung und Gerechtigkeit. Durch das Projekt „Arm oder Reich?– Ein Café am Wittenberger Weg“ entsteht ein Ort, der als Gemeinschaftswerk die Kraft zur Veränderung symbolisiert. Hierdurch können Mut und Selbstvertrauen wachsen. Es wird deutlich: Es lohnt sich, Verantwortung zu übernehmen.“
Dezember 2014

Thorsten Nolting wurde 1964 in Bückeburg geboren. Heute lebt er mit seiner Familie in Düsseldorf. Er studierte Theologie und Philosophie in Marburg, Berlin, Tübingen und Frankfurt/Mainz. Von 1994 bis 2002 war er Pfarrer der Johannes-Kirchengemeinde in Düsseldorf und leitete u.a. das Projekt „Kirche in der City“ des Kirchenkreisverbandes Düsseldorf. Seit 2002 ist er Diakoniepfarrer des Kirchenverbandes und Vorstandsvorsitzender des Diakonie Düsseldorf e.V. Neben seiner beratenden Tätigkeit in mehreren Ausschüssen, u.a. im Integrationsausschuss der Stadt Düsseldorf, lehrte er von 1998 bis 2007 an der FH Düsseldorf im Fachbereich Philosophie.

Ute Reeh
„Das Projekt braucht den begleitenden Blick des Beirats von Außen, um seinem Anspruch darauf das Potential von künstlerisch begleiteten Prozessen zu erforschen einerseits und ein im Sinne der Kinder, Jugendlichen und Anwohner funktionierenden Raum andererseits, gerecht zu werden. Mich berührt es zu erleben, wie ein Architekt mit einem Kind über Details am Bau fachsimpelt oder ein Jugendlicher mit einer Künstlerin.“
auf der Beiratssitzung am 09.03.15

Ute Reeh wurde 1958 in München geboren. Sie studierte Biologie und Kunst mit den Schwerpunkten Performance, Skulptur und Video an der HbK in Kassel und an der Kunstakademie in Düsseldorf. Sie war Meisterschülerin bei Nam June Paik. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Zeichnungen, Performances, Videos und Skulpturen im öffentlichen Raum und die Form von Prozessen. In Ihre prozesshaften Projekte bezieht sie die Beteiligten als autonom und aktiv gestaltende Mitwirkende ein. Von 1998 bis 2008 begleitete sie eine große Schule in ihrer Entwicklung und definierte diese Arbeit als Schulkunst. 2009 initiierte Sie den Modellversuch Schulkunst, 2013 "Arm oder Reich?". 2015 erschien dessen Auswertung "Was Kunst kann - Kunst am Bau als Prozess" Beltz, Weinheim, Basel

Tim Rieniets
„Die Lust am Bauen nicht versiegen zu lassen und die verborgenen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen wieder zutage zu fördern, das ist der Verdienst des Modellversuchs Schulkunst und seiner Projekte. Sie erinnern uns daran, dass Bauen dazu beiträgt, die eigene Persönlichkeit zu entdecken, zu entwickeln und sie in den sozialen Prozess des Bauens einzubringen.“ 
in "Was Kunst kann" Beltz, 2015

Tim Rieniets wurde 1972 in Hilden geboren. Er studierte Architektur und hat sich in seinem beruflichen Werdegang der Erforschung, Vermittlung und Diskussion zeitgenössischer Fragen in Architektur und Städtebau gewidmet. Er arbeitete als Gastprofessor an der TU München und als Dozent an der ETH Zürich, wo er das Urban Research Studio leitete. Darüber hinaus engagiert er sich als Kurator (u.a. Internationale Architektur Biennale Rotterdam; Urban Incubator Belgrade) und Publizist (u.a. Sie Stadt als Ressource; Open City: Designier Coexistence; Atlas der schrumpfenden Städte; City of Collision). Seit 2013 ist er Geschäftsführer der Landesinitiative StadtBauKultur NRW.

Heinz-Werner Schnittker
Seit Jahrzehnten ist der skfm mit der Familienberatung am Wittenberger Weg aktiv. Als Träger von verschiedenen Einrichtungen in diesem Sozialraum, freuen wir uns sehr über die Zusammenarbeit. Gemeinsam mit der Diakonie werden wir die Trägerschaft für das Café übernehmen. Persönlich finde ich die Berührungspunkte zwischen Kunst und Sozialem sehr interessant und bin darauf äußerst gespannt.“
auf der Beiratssitzung am 09.03.15

Heinz-Werner Schnittker ist Diplom - Pädagoge und leitet seit 1983 den SKFM Düsseldorf e.V, heute in der Funktion des als Vorstandsvorsitzenden. Der skfm ist mit rund 270 hauptamtlich und 160 ehrenamtlich Mitarbeitenden in verschiedenen Feldern der Sozialen Arbeit tätig. Gegründet wurde der Verein im Jahr 1903.

Peter Zerfaß
„Die Alfred-Herrhausen-Schule war schon immer künstlerisch aktiv und hat in Zusammenarbeit mit unseren Pädagogen und Kindern etliche Projekte in Garath realisiert. Durch das Vorgängerprojekt, eine Terrasse an der Alfred-Herrhausen-Schule, haben wir als Schulgemeinschaft die unglaubliche Erfahrung gemacht: Wir haben es gemeinsam - mit großer Unterstützung - geschafft, eine Schüleridee in die Tat umzusetzen. Für uns, Schüler und Lehrer der Alfred-Herrhausen-Schule hat sich der Mut gelohnt zu träumen. Das war der Ausgangspunkt für dieses neue, gemeinsame Vorhaben.“ 
auf der Beiratssitzung am 09.03.15

Peter Zerfaß wurde 1959 geboren und lebt mit seiner Familie in Düsseldorf. Er absolvierte ein Studium der Sonderpädagogik mit den Fachrichtungen LE, ES sowie dem Fach Kunst. Er arbeitete drei Jahre in der privaten Ersatzschule Raphaelshaus in Dormagen und acht Jahre als kommissarische Schulleitung und Konrektor an der Martin-Luther-King-Schule. In der offenen Jugendarbeit kann er auf 10 Jahre Berufserfahrung zurückblicken. Seit dem Jahr 2000 ist er Schulleiter der Alfred-Herrhausen-Schule in Düsseldorf.